Rudergesellschaft
Ghibellinia
Waiblingen

 

Sportsfreund der Woche: "Drachenboot"

 

Sportsfreund der Woche: "Drachenboot"

(Reutlinger Wochenblatt vom 12.07.2012)

drachenboot-150Nur zwei Boote passen auf die Rems, dafür 16 Mann hinein. Drachenbootfahren ist ziemlich anstrengend. Der Spaß aber noch viel größer.
Foto: Reisner

12. Juli 2012

 

Teambildung heißt eines der Zauberworte der postmodernen Neuzeit. Gestresste Manager, verstrittene Angestellte oder auch einfach egozentrische Sportprofis suchen sich Rat bei Fachkräften, wie sie ihre geballte egoistische Energie in Gruppendynamik verwandeln können.

Da gibt es die tollsten Sachen: Nach dem Motto jeder ist ein Künstler wartet Teampainting auf die Willigen, für die Bastler der Katapultbau, für Naturliebende Schäferei. Die Mutigen wagen sich in den Kletterwald in schwindelnde Höhen, die Möchtegern-Knallharten in den Wald und lernen die kulinarische Bandbreite des Waldes kennen – um zu überleben. Käfer im Moosbett, Engerlinge frittiert oder für die Vegetarier auch mal ein leckeres Stück Baumrinde. Am Ende steht die Erkenntnis gemeinsam geht alles besser und leichter und man kommt gut voran. Womit wir wieder mitten in unserer allseits beliebten Kolumne sind. Da setzen wir uns gleich ins Drachenboot und paddeln kräftig mit. In Waiblingen auf der kleinen Rems feiert die Rudergesellschaft Ghibellinia jedes Jahr im Juli ein solches Paddelfest.

16 Mann setzen sich in ein Boot, ein Steuermann lenkt den Pott in die richtige Richtung und vorne gibt ein Trommler den Takt vor. Das wiederum erinnert uns ziemlich stark an die Galeeren zeit, und wir nehmen mal stark an, dass so ein gemeiner Sklave im Römischen Reich nicht unbedingt dort am Paddel saß, um etwas über die Teambildung zu lernen. Im Gegenteil: Was hätte er nicht alles für die Freiheit gegeben und seine Ruhe. Doch das gemeinsame Erleben im Gleichklang der Paddel ist für die Waiblinger der Grund sich an dem Spaß auf der Rems zu beteiligen. Rechtsanwaltsbüros melden sich hier genauso an wie »Aku-Bunnys« rosa gekleidet im typischen Dress des bekannten schlüpfrigen Herrenmagazins. Smoke on the Water, heiße Sägen, Gärtner oder ganz einfach die Stadtkapelle Fellbach heißen die Teams, die ungefähr anderthalb Minuten auf der Rems gegen den Strom so heftig paddeln, dass keiner der Wassersportler am Ende einen Satz sagen kann, ohne zu japsen.

Ja das Gemeinsame sei also der Reiz sagen die Teams unisono. »Das Ding läuft nämlich nur schnell, wenn sie alle im Takt sind«, sagt Martin Hilgenfeld von der Rudergesellschaft. »Wenn ein Team das nicht schafft, verbrennen sie nur Energie und kommen nicht voran.« Das beste Taktgefühl hatte BBW Azubi-Power, die sich im Finale gegen die Rechtsanwälte durchsetzten.
Für alle Mitpaddler zählt aber vor allem der Spaß. Denn hier herrscht noch der Sport in seiner Urform: die Freude an der Bewegung und am Feiern. So funktioniert diese feine Veranstaltung seit 2005 auf der kleinen Rems. Der Grund dafür ist auch simpel: Weil das Flüsschen beim Bootshaus zu klein ist, konnte sie keine richtige Ruderregatta veranstalten. Da sagten sich die Rudermannen: Wenn der Platz fehlt, müssen halt alle in ein Boot, und so war das Drachenbootrennen geboren. Toll.

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